Kirkeporten, Nordkapp, Knivskjellodden -

lange verweigert - doch noch gewagt - nicht bereut!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An was dachte ich beim Nordkap?

An Touristenhorden, die in ihren stinkenden Wohnmobilen die weite Fahrt da rauf machen - nur um einmal dort gewesen zu sein.Warum sollte man so viel Geld ausgeben für ein wenig Meeresblick und eine Stahlkugel? Meeresblick kann ich auch woanders in Norwegen genießen. 

 

 

Bis vor kurzem glaubte ich so.

 

 

Denn das Kap, die nördlichste per Auto erreichbare Stelle Europas, ist sehr wohl einen Besuch wert. 

 

 

Unsere Anreise verlief von Finnland aus über die Finnmark nach Alta und dann weiter bis Skarsvåg. Angeblich gibt es in diesem kleinen, typischen Fischerdorf (natürlich das nördlichste der Welt ....) den nördlichsten Campingplatz der Welt ... Tatsächlich hat Norwegen anscheinend so ziemlich alles »am nördlichsten« ... Nichtsdestotrotz liegt der Campingplatz sehr nett da. Er ist sauber, freundlich und absolut empfehlenswert: Kirkeporten Camping.

 

Kirkeporten

 

Das »Kirchenportal« ist eine mehrere Meter breite Felsöffnung. Direkt am Meer gelegen. Durch die Öffnung erblickt man das Nordkapp-Hornet (Nordkap-Horn). Die leichte Wanderung von 2,5 Kilometern sollte man unbedingt Einplanen beim Besuch der Insel Magerøya. Diese Natursehenswürdigkeit lädt zum Verweilen ein und ist mehr als sehenswert.

Man erreicht den problemlos begehbaren Wanderweg in Skarsvåg. Er beginnt gegenüber der kleinen weißen Kirche und ist gut gekennzeichnet.

 

GPS: 71.109894, 25.816731

 

Skarsvåg selbst hat ein Weihnachtsmannhaus mit Kunstgegenständen und ein Kaffee. 

 

 

Nordkap

 

 

Ja - im Sommer ist es bestimmt überlaufen. Wir waren zu Ende der Sommersaison im September dort.

Herrlich. Selbst an der Stahlkugel, dem Globus, konnte man alleine den bezaubernden Ausblick auf das weite Meer genießen. Und dieser ist tatsächlich genial. 

Sofern einem das Glück hold ist und gutes Wetter herrscht. Laut Ticketverkäufer hat es am Kap an 5 von 7 Tagen Nebel ...

Mit der Eintrittskarte kann man die Nordkaphalle besuchen. Ausstellungen, Panoramakaffeehaus mit Blick auf den Globus, ein Kino und Souvenirladen warten darauf entdeckt zu werden. 

Alles in allem nett gemacht und ja - zugegebenermaßen - sehenswert.

 

GPS: 71.1654609, 25.799172

 

 

Knivskjellodden 

 

Dieser unaussprechbare Ort ist der Name einer Landzunge. Diese sieht man auch wunderschön vom Nordkap aus. Sie liegt 4,18 Kilometer westlich des touristisch besser erschlossenen Nordkaps.

UND - jetzt kommt es - sie liegt ebenso ca. 1,4 Kilometer nördlicher als das Schieferplateau in der Nachbarschaft. Somit lernt der unwissende Reisende, dass keinesfalls das Nordkap die nördlichste Stelle Europas ist, sondern die flach ins Meer abfallende Landzunge Knivskjellodden

 

Warum sollte man denn bitte dort unbedingt hingehen?

Ja ... Um da gewesen zu sein? Um zu sagen, dass man am nördlichsten Punkt Europas war? 

Das wären für manche Gründe genug, aber die wahren Beweggründe die 9 Kilometer (eine Strecke) lange, nicht zu unterschätzende Wanderung durchzuführen, sind tiefgründiger. 

Es wäre die Weite des Hochplateaus zu erwähnen. Die grasenden Rentiere. Der geniale Blick auf das Nordkap. Die Ausblicke auf die Küste. Wellen. Gischt. 

Es hat etwas dorthin zu wandern. Und es ist schon ein bewegendes Gefühl, wenn man die rutschigen Klippen überwunden und den Betonsockel - den nördlichsten Punkt - erreicht hat.  71°11’08" - diese nördliche Breitenangabe steht darauf und im Hintergrund thront das Nordkapplateau mit dem Stahlglobus. 

 

Ja - es hat sich ausgezahlt. 

 

Für die Wanderung beachten: Festes, wasserdichtes Schuhwerk!!! Zeit bedenken. Außerhalb der Mitternachtssonnensaison kann es schnell dunkel werden, besonders wenn Nebel und schlechtes Wetter aufzieht. Die 18 Kilometer sind anstrengend. Über viele rutschige Steine führt der Weg. Entfernungen sind schwer einzuschätzen. Vorsicht am Ende der Wanderung, kurz vor dem Betonsockel - teilweise äußerst rutschige Klippen!

Ausreichend Flüssigkeit und Proviant zur Stärkung mitnehmen!

 

GPS: 71.18536, 25.676074

 

 

Alle drei Sehenswürdigkeiten an einem Tag. Machbar. Aber besser mehrere Tage einplanen beim Besuch der Insel Mageroya in Nordnorwegen. Viel gibt es zu sehen. Und jede Attraktion kann tiefer und besser auf einen wirken, wenn man Zeit mitbringt.

© 2014 by ATPC Media - All rights reserved - Impressum - AGBs