Tankavaara -

ein tolles Museum für die ganze Familie -

mit einer Besonderheit, die es heutzutage zu betonen gilt!

»Als Nächstes kamen sie in ein nachgebautes Goldgräbernest mit Saloon, Gefängnis und diversen anderen Bauten. Eines davon war ein Geschäft mit vielen verschiedenen Edelsteinen der Region sowie von Goldnuggets. Vor dem Laden befand sich eine Verkaufstheke und darauf lagen die Steine einfach so rum.

Niemand war weit und breit zu sehen. An der Wand auf einem Holzbrett stand in schwarzer Schrift in zahlreichen Sprachen zu lesen, dass dies hier ein Selbstbedienungsladen war. Es gab einen ausgehöhlten Kiefernstamm mit Schlitz, beschriftet mit dem Wort Kassa. Ein Edelstein- und Goldselbstbedienungsladen. Es war unfassbar.«

 

So schreibt Mikki H. in seinem Roman »Kossu & Ouzo« über das Goldmuseum in Tankavaara. Oder besser gesagt über eine Besonderheit, die wohl ihresgleichen sucht. Während andernorts alles weggesperrt wird, was nicht niet- und nagelfest ist, liegen dort in der Museumsanlage einfach so die (durchaus wertvollen) Edelsteine herum. Man vertraut auf die Ehrlichkeit der Besucher.

Woran liegt dieses Vertrauen? Jener Glaube an die Menschen?

Lappland, dünn besiedelt, von Natur- und Wetterkapriolen manchmal heimgesucht, ist anders. Die Bewohner halten sich eher an den Leitsatz: Was ich für mich nicht will - das will ich Dir auch nicht. Verspielt man es sich mit seinen Mitmenschen, dann wird einem auch nie wieder jemand helfen. Und wer weiß, wann man in jenen Breitengraden mal Hilfe benötigt. 

Vielleicht ist das der Grundgedanke beim Edelstein- und Goldselbstbedienungsladen. Wenn wir Vertrauen in unsere Besucher setzen, dann fahren die auch mit einem positiven Eindruck nachhause.

 

Ein Schild weist darauf hin, dass man bitte zahlen soll, wenn man eines der Goldnuggets, Dinosaurierzähne, Schmuckstücke, Meteoriten, wunderschöne Spektroliten und viele Mineralien mehr mitnehmen möchte.

»Bitte bezahlen Sie Ihre Steine in die Kasse. Vielen Dank!« In mehreren Sprachen kann man diesen Satz lesen.

Ist doch genug Überwachung oder? Sollte doch überall so selbstverständlich sein.

 

Solche »Selbstbedienungsläden« finden sich mehrere in Lappi. Bei vielen Natursehenswürdigkeiten stehen meist unweit des Parkplatzes, neben einer Kota (hölzernes 6-eckiges Zelt mit Feuerstelle) oder Laavu (offene Schrägdachhütte), Getränke, Kaffee und Tee, vielleicht Pulla (finnisches Milchgebäck). Entweder gibt es dort dann eben so eine Kasse wie im Goldgräbermuseum oder man findet eine einfache Box vor, in der man seine Münzen oder Scheine werfen kann.

 

 

 

Abgesehen von diesem Highlight ist das Museum natürlich auch sehenswert. Der geneigte Besucher erfährt viel über frühere Formen des Goldschürfens und vom Goldrausch in Finnland. Es gibt unzählige Fundstücke aus der ganzen Welt zu bewundern. 

 

 

Das Goldmuseum ist

Montag - Freitag von 10-16 Uhr

und in den Sommermonaten

von 01.06. - 30.09. jeden Tag von 09:00 - 17:00 Uhr geöffnet.

 

http://www.kultamuseo.fi/museo/pages/de/titelseite.php

 

GPS: 68.178500, 27.101967

 

Die Selbstbeniedungstheke von Lapin Helvetti ...

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